Huhn

Vegane Lebensweise

Veganismus ist kein Trend, sondern eine Bewegung des Mitgefühls.

Immer mehr Menschen werden heutzutage auf das Leid der Tiere aufmerksam. Dabei wächst das Bewusstsein, dass die sogenannten Nutztiere das gleiche Anrecht auf Leben besitzen wie ein Hund, eine Katze oder ein Meerschweinchen. Die qual- und leidvollen Umstände der Massentierhaltung, über die mittlerweile in allen Medien berichtet wird, bringen viele Menschen dazu, sich mit dem Konsum von tierischen Produkten auseinanderzusetzen, damit aufzuhören oder diesen zumindest einzuschränken.

Oft wird die vegane Ernährung als ein Trend bezeichnet, doch das ist er bei den meisten Menschen sicherlich nicht. Wer sich eingehend mit der veganen Lebensweise beschäftigt, wird schnell erkennen, dass es um ein Vielfaches mehr geht als um Ernährung, und sie eine Bewegung ist, die weitreichende, positive und auch notwendige Konsequenzen mit sich bringt.

Für die Tiere

Das Leid und Elend in den Massentierhaltungen und Schlachthäusern dieser Welt ist unfassbar groß. Neuesten Schätzungen zufolge wird von hundert Milliarden jährlich getöteter Tiere weltweit für die Fleischindustrie ausgegangen. Diese Zahl berücksichtigt nur die Landtiere – Fische und andere Meeresbewohner sind darin nicht enthalten. In jeder Sekunde die vergeht, sterben Tausende von Tieren einen gewaltsamen Tod, der nicht sein müsste. Die Milchindustrie ist in ihren Auswirkungen und dem damit verbundenen Leid kaum besser: Da eine Kuh kalben muss, um Milch zu geben, werden die weiblichen Kälber in der Regel wiederum zu Milchkühen gezüchtet und die männlichen Kälber meist in die Mast gegeben – ein verhängnisvoller Kreislauf, der die Fleischindustrie fördert bzw. mit ihr zusammenhängt. Das Leid der Milchkühe bedingt auch die schmerzhafte Trennung von Mutter und Kind innerhalb weniger Stunden (in regulären Betrieben) und die Schlachtung trächtiger Kühe, die in Deutschland bei rund 180.000 liegt – mit einer weit darüber liegenden Dunkelziffer. Auch die Eierindustrie mit ihren rund vierzig Millionen vergaster oder geschredderter männlicher Küken jährlich allein in Deutschland ist ein dunkles Kapitel.

Für die Umwelt

Die negativen Folgen für unseren Planeten und auch seine menschlichen Bewohner sind enorm. Ein Viertel der weltweiten Getreideernte, die durchschnittlich über zwei Milliarden Tonnen beträgt, und geschätzte neunzig Prozent der Sojaernte werden an die sogenannten Nutztiere verfüttert; gleichzeitig hungern ca. achthundert Millionen Menschen.

Das meist genmanipulierte Soja, welches die EU beispielsweise zu über siebzig Prozent importiert, stammt hauptsächlich aus Argentinien oder Brasilien. Der dadurch massiv bedingte Einsatz von Pestiziden vergiftet dort die Menschen und macht sie krank, Kleinbauern werden vertrieben, kostbarer Regenwald wird gerodet. In jedem Kilo Rindfleisch stecken 6,5 Kg Getreide, 36 Kg Raufutter und 155 Liter Wasser plus 15.300 Liter Wasser, die bereits für die Produktion des Futters benötigt wurden. Die Überdüngung unserer Böden durch die Gülle aus der Intensivtierhaltung und das dadurch auch mit Nitrat belastete Grundwasser, ist ein weiteres großes Problem, mit dem sich in Deutschland jetzt auch das Umweltbundesamt auseinandersetzt.

Allein in Deutschland wurden 2015 insgesamt knapp achthundert Millionen Tiere geschlachtet, die meisten davon waren Hühner oder anderes Geflügel. Was der deutsche Verbraucher an Fleischteilen ablehnt, wird exportiert, z.B. nach Afrika und macht dort die heimischen Märkte kaputt. Das Problem der Naturverwüstung und bodenschädigenden massiven Tierhaltung in bestimmten Landstrichen dieser Erde ist ebenfalls ein Problem, dem noch viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Für das eigene Wohlbefinden und die Gesundheit

Immer mehr Menschen, darunter auch prominente Persönlichkeiten, entscheiden sich für eine vegane Lebensweise. Die meisten treffen ihre Entscheidung aus ethischen Gründen für das Wohl der Tiere, stellen dabei aber sehr schnell fest, dass sich die tierleidfreie Ernährung ausgesprochen günstig auf das eigene körperliche und seelische Wohlbefinden auswirkt.

Viele Menschen verbinden mit dieser Form der Ernährung einen Verzicht, denn beim ersten Gedanken daran, Fleisch, Eier und Milch wegzulassen, stellt sich für viele die Frage, was dann noch auf dem persönlichen Speiseplan steht. „Soll ich nur noch Gemüse essen?“ Doch dem ist bei Weitem nicht so. Unzählige Kochbücher und Rezepte, die mittlerweile auch im Internet zu finden sind, beweisen, dass die vegane Küche äußerst reichhaltig und schmackhaft ist und der Körper und Gaumen bei einer ausgewogenen Ernährung keineswegs Mangel leiden müssen. Diese Form der Ernährung stellt vielmehr eine Bereicherung und einen Zugewinn für die eigene Gesundheit dar, als dass sie ein Verzicht wäre.

>> www.albert-schweitzer-stiftung.de

>> www.vegane-gesellschaft.org